Beach Academy | Dominikanische Republik 2015

Kunst auf Reisen, Übersee

The hemispheres lie sweating, flesh to flesh,
on a damp bed. The far ocean grinds in waves
of air-conditioning. The air is scaled like a fish
that leaves dry salt on the hands, and one believes
only in ice, the white zones of refrigerators.

Derek Walcott

Die hemisphären liegen schwitzend, fleisch an fleisch
auf einem feuchten bett. Der ferne ozean mahlt in wellen
der air-condition. Die luft ist schuppig wie ein fisch
von dem einem salz trocken an den händen bleibt und im stillen
glaubt man nur an das eis, die weißen zonen des kühlschrankes.

Beach Academy | Cap Bonita, Las Terrenas, Samaná, Dominikanische Republik

bei Schmitz__Seit beinahe drei Jahrzehnten betreiben wir – Christine Schmerse und Ulrich Puritz – Kunst auf Reisen und Kunst als Reise und bringen mit unseren Arbeiten Resonanzen auf fremde Kulturen mit zurück. Deren Aufarbeitung betrachten wir als unseren Beitrag zur Diskussion um Vielfalt und kulturelle Hybridität in einer Welt von Morgen. In der individuellen wie in der gemeinschaftlichen künstlerischen Praxis greifen wir Impulse auf, die abseits der Schauseiten eines Reiselandes zu finden sind. Hier stoßen wir auf Szenerien, Themen und Materialien, die uns Einblicke in die Mentalität an einem fremden Ort gewähren (General Studies, S. 5 ff.). Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video und Skulptur, ebenso unsere Aktionen und zeitlich befristete Interventionen sind für uns Experimentalstrecken, auf denen wir mit Impulsen weiterimprovisieren und Neues ausloten (Beach Academy, S. 20 ff.). Die unterschiedlichen Praktiken ergeben einen kaleidoskopartigen Blick auf Resonanzen, die ein Ort auszulösen vermag. Mit ihnen schlagen wir Brücken zu unbeachteten Seiten einer Kultur, die sich in lokalen Gegebenheiten manifestieren. In Gemeinsschaftsarbeiten treten die Eindrücke zweier Künstler mit je eigenen Bild- und Objektsprachen zueinander in Beziehung. Wir kommunizieren durch künstlerische Taten, lange bevor sich dafür Worte finden lassen (Kunst als Dialog, S. 58). Das schärft den Blick füreinander, für die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und für die Umgebung, auf die wir reagieren, in die wir intervenieren, der wir uns annähern und die wir währenddessen abtasten und begreifen. Aus diesem zunächst ungerichteten Prozess erwachsen Ordnungsmöglichkeiten. Sie helfen Akzente herauszuarbeiten.

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